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Blick über den Tellerrand – ein Besuch im Züricher Kinderspital

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Reisen ist schön, denn man erweitert seinen Horizont. Und Reisen bildet: Vom Kindernotfallkongress im Februar dieses Jahres hatte ich noch eine freundschaftliche und liebenswerte Einladung nach Zürich offen. Da bot es sich an, einen Kurzurlaub zu machen. Also packte ich meinen Koffer und reiste in die Schweiz nach Zürich, um die Abläufe in einem Schweizer Kinderspital kennenzulernen.

Bei schönstem mediterranem Sommerwetter angekommen, fiel mir sofort auf: Zürich ist Hamburg sehr ähnlich. Viel Wasser, viel Grün, eine schöne Altstadt, ein großes Angebot an Aktivitäten. Der Unterschied: Um Zürich herum gibt es viele Berge.

Die Wiedersehensfreude war groß und meine Kollegin aus Zürich und ich begannen gleich mit der Planung, wie wir die Woche gestalten wollten. Natürlich stand auch ein Besuch im Kinderspital auf dem Programm. Ich war voller Vorfreude.

Ein Tag in der Notaufnahme im Züricher Kinderspital

Einen ganzen Tag lang durfte ich mir alles anschauen, Fragen stellen, mir verschiedene Fachabteilungen ansehen. Am interessantesten war für mich die Kinder-Notaufnahme.

Hier war es genauso voll wie in Hamburg. Das ist wohl in jeder Notaufnahme der Welt so. Anders sind allerdings die Arbeitsabläufe, die sich von Klinik zu Klinik unterscheiden. Was ich im Züricher Kinderspital sehr interessant fand: Die geplanten Aufnahmen kommen gar nicht mit der Notaufnahme in Kontakt. Es gibt im Kinderspital eine Anlaufstelle nur für diese Aufgabe. Ein Bettenmanagement aus pflegerischem und ärztlichem Personal regelt und organisiert alles rund um die Aufnahme. Die Untersuchungen der Kinder finden dann auf den jeweiligen Stationen der Fachabteilungen statt.

In der Notaufnahme arbeiten die Kolleg:innen der Fachabteilungen zusammen und sind mit eigenen Bereichen dort vertreten. Schon am Empfang werden die Patient:innen mit ihren Angehörigen in den entsprechenden Bereich der Notaufnahme eingewiesen. Dann erst erfolgt die Triagierung durch die Pflegekraft. Triage in der Notaufnahme bedeutet, den Schweregrad einer Erkrankung oder Verletzung von Notfallpatient:innen in kurzer Zeit festzustellen, eine Kategorisierung und Priorisierung vorzunehmen und die Patient:innen dem geeigneten Behandlungsort zuzuweisen.

Bunte Unterwasserwelt weckt Neugier der Kinder

Insgesamt fünf Fachabteilungen gibt es in der Notaufnahme. In der kinderchirurgischen Abteilung füllen die Pflegekräfte schon vorab die Röntgenbescheinigungen aus. Bedeutet: Wenn ein Kind mit einer Extremitätenverletzung kommt, geht es nach der Triagierung gleich mit ausgefülltem Konsil zum Röntgen. So hat der Arzt oder die Ärztin das Bild bereits zur Hand, wenn das Kind zur Untersuchung kommt.

Es gibt aber auch Dinge, die in jeder Notaufnahme der Welt gleich sind: Es gibt Wartezeiten, die jede:r akzeptieren muss. Die Pflegekräfte und Ärzt:innen tun ihr Bestmögliches, um alle zeitnah zu behandeln und zufrieden zu stellen. Der Notfall aber geht vor, alle anderen müssen warten. Und wenn es mal wieder richtig lange dauert, finden die Kinder Abwechslung im Wartezimmer, in dem unter anderem ein großes Aquarium steht. Darin tummeln sich viele bunte Fische und anderes kleines Wassergetier, das zwischen geheimnisvollen Schatztruhen umher krabbelt.

Glücksmoment in der Notaufnahme

Die kleinen Patient:innen lieben die Unterwasserwelt. Es ist sehr niedlich mitzuerleben, wenn ein Kind im Rolli zum Aquarium saust und im Schweizer Dialekt erleichtert ruft: „Zum Glück, Dori und Nemo sind noch da!“

Es war eine schöne Zeit – ein Wiedersehen mit vielen Kolleg:innen vom Kindernotfallkongress, ein toller Austausch mit den Kolleg:innen im Kinderspital. Ich nehme viel mit in den hohen Norden und weiß jetzt schon: Ich komme wieder an den Züricher See.

Fotos: Fotolia / Irina Schmidt

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