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Warum ein Praxisanleiter wichtig ist

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Warum ist ein Praxisanleiter so wichtig für die Station bzw. für eine medizinische Einrichtung? Zu den Aufgaben eines Praxisanleiter zählt das Anleiten von Auszubildenden, die Integration neuer Mitarbeiter und die Fortbildung der Kollegen auf den neusten Stand der Pflege. Auch die eigene Fortbildung von bestimmten Themen im Pflegealltag ist ein wichtiger Bestandteil der Weiterbildung. Der Praxisanleiter ist für jeden auf Station der direkte Ansprechpartner, wenn es um Fragen zum Thema „Wie pflege ich richtig“ geht. Er steht für den Theorie-Praxis-Bezug.

Theorie-Praxis-Bezug

Oftmals unterscheidet sich die Theorie massiv von der Praxis. So ist die Vorstellung in der Theorie, dass sich ein Pfleger für 2 bis 4 Patienten insgesamt 4 Stunden Zeit für die Körperpflege und Beratung nehmen soll. Dies ist mit der Realität leider nicht machbar. Genau diese Unterschiede zwischen Theorie und Praxis stellen viele Auszubildende und auch erfahrenere Kollegen auf die Probe. Sie wollen natürlich genauso arbeiten, wie es im Buch steht und müssen lernen, dass die Wirklichkeit anders aussieht. Da besteht die Kunst für den Praxisanleiter darin, den Auszubildenden oder den Kollegen genau dort abzuholen. Sprich, sich für diesen Menschen Zeit zu nehmen und Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Ihm Tipps und Tricks an die Hand zu geben und vor allem Sicherheit zu vermitteln.

Mehr Praxisanleiter benötigt

Deshalb finde ich gut, dass die medizinischen Einrichtungen mehr Praxisanleiter ausbilden oder einstellen müssen, um den Bedarf zu decken. Aus meiner Sicht gibt es nur Vorteile, einen Praxisanleiter im Haus zu haben. Früher gab es den sogenannten „Mentor“, der sich freiwillig um Auszubildende oder neue Kollegen gekümmert hat. Er hatte jedoch keine spezielle Weiterbildung. Doch der Gesetzgeber wollte diese wichtige Aufgabe professionell angehen und schuf eine Weiterbildung, die absolviert werden muss und drei Prüfungen zum Abschluss hat. Gelehrt wird, wie Fachkompetenz, Methodenkompetenz sowie soziale und persönliche Fähigkeiten an die Azubis weitergegeben werden können. Doch Praxisanleiter kann nicht jeder werden. Erstens braucht der Interessent eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger bzw. zum Pflegefachmann. Und zweitens muss derjenige Spaß an der Arbeit mit Auszubildenden und späteren Kollegen haben. Nicht jeder Auszubildende ist gleich und man brauch teilweise starke Nerven um professionell zu bleiben. Es gibt Auszubildende, die super motiviert sind und wirklich was lernen wollen. Leider gibt es aber auch diejenigen, die den Beruf als Sprungbrett für die Zukunft nutzen wollen. Manche überbrücken damit etwa die Zeit bis zum Medizinstudium. Andere wiederum haben gar kein Interesse an der Arbeit mit Menschen haben.

Einfach Danke sagen

Deshalb meine Bewunderung an unsere freigestellten Praxisanleiter, die jeden Tag ihr Bestes geben, um unseren zukünftigen Kollegen die bestmögliche Ausbildung zu bieten. Danke dafür, ihr seid großartig! Und natürlich ein Dankeschön an alle Praxisanleiter, die ihren Beruf lieben und sich die Zeit für die Zukunft der Pflege nehmen.

Fotos: Wjatscheslaw Schäfer

Wjatscheslaw Schäfer

(Jahrgang 1984) arbeitet in Asklepios Klinik im hessischen Lich in der Nähe von Gießen. Dort ist er Bereichsleiter für Unfallchirurgie und Gynäkologie. Wjatscheslaw wurde in Kasachstan geboren und kam als Kind im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Er arbeitet bereits seit mehr als zehn Jahren als Krankenpfleger und ist seit einiger Zeit auch als Praxisanleiter tätig. Wjatscheslaw beschreibt sich als im Grunde gut gelaunten Menschen, der gerne an die Arbeit geht. Wenn mal etwas schiefgehe, helfe Jammern am Ende niemandem weiter, findet er. Deshalb lautet sein Motto: Kopf hoch, morgen ist ein neuer Tag. Und man sollte möglichst jeden genießen. In seiner Freizeit ist ihm das Training im Fitnessstudio wichtig. Und Zeit für Familie mit seinen vielen Geschwistern, Neffen und Patenkindern.


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