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Onkologische Krankenpflege – was ist das und warum mache ich das?

Autor:
Pflege auf der Intensivstation

GASTBEITRAG

Suad Kamberovic arbeitet seit 25 Jahren in der Onkologie mit Krebserkrankten, seit 2009 kümmert er sich als onkologischer Fachpfleger um die Patienten. Hier erzählt er, warum er sich diesen “schweren” Fachbereich ausgesucht hat oder wie er mit den vielen Schicksalsschlägen umgeht. Er sagt: Ich erlebe die onkologische Pflege ganz anders.

Onkologische Erkrankungen nehmen zu: Experten vom Robert-Koch-Institut haben für das Jahr 2020 mehr als 500.000 Neuerkrankungen allein in Deutschland vorausgesagt. Nach wie vor verursachen Krebserkrankungen in ihrer Vielfalt großes Leid, bedeuten Angst und Unsicherheit. Aber: Onkologische Krankheiten sind heute auch besser als je zuvor behandelbar – mehr als die Hälfte aller Krebspatienten überlebt langfristig. Und: Die Fachkrankenpflege spielt eine entscheidende Rolle dabei, dass es den Erkrankten während und nach der Tumortherapie möglichst gut geht.

Symptome lindern oder verhindern

Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, Symptome der Erkrankung und Begleiterscheinungen der Tumortherapie zu erkennen, zu lindern oder bestenfalls sogar durch vorbeugende Maßnahmen zu verhindern. Wir kümmern uns unter anderem um Ernährung, Hautpflege und Bewegung bzw. Mobilisation unserer Patienten, versorgen Ports und Drainagen und helfen bei Schmerzen oder Übelkeit. Darüber hinaus sind wir Lotsen für unsere Patienten, die sich in einer echten Ausnahmesituation befinden. Wir beantworten Fragen, stellen Kontakte zu psychosozialen Angeboten oder Selbsthilfegruppen her und sind natürlich auch Ansprechpartner für die Angehörigen mit ihren vielen Fragen. Dadurch ist die onkologische Pflege sehr vielfältig, patientennah und individuell – ich erlebe täglich, dass wir durch unsere Tätigkeit einen echten Unterschied im Leben unserer Patienten machen.

Fachlich reizvoll mit Kommunikation auf Augenhöhe

Neben dieser wirklich sinnvollen und spannenden Arbeit mit unseren Patienten reizt mich persönlich die onkologische Pflege auch wegen des fachlichen Entwicklungspotentials: Dadurch, dass Krebserkrankungen einerseits häufiger auftreten, andererseits immer spezifischer therapiert werden, bietet sich auch für mich und meine Kollegen eine große Bandbreite an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Außerdem ist die Onkologie Vorreiter bei der Einbindung der Pflege in den Behandlungsprozess: Zu jeder onkologischen Zertifizierung gehört mittlerweile auch entsprechend ausgebildetes Fachpflegepersonal. Das sorgt für eine Kommunikation auf Augenhöhe mit unseren Ärzten und bedeutet eine große Wertschätzung für die Pflege.

Und erst vergangenes Jahr wurde eine neue Fortbildungs- und Prüfungsordnung für onkologische Pflege in Hamburg verabschiedet, auf deren Basis wir gemeinsam mit dem Bildungszentrum Schlump eine umfangreiche zweijährige berufsbegleitende Fortbildung für Onkologische Fachpflege anbieten. Das Kurrikulum für diese Fortbildung mitzuentwickeln und unsere ersten Teilnehmer mittlerweile bis zur Zwischenprüfung zu begleiten, war für mich ein echter Höhepunkt meiner beruflichen Laufbahn.

Fazit: Perfekte Mischung in der Onkologie

Alles in allem ist die onkologische Pflege für mich eine perfekte Mischung aus persönlichen, emotionalen Patientenkontakten und fachlich spannenden Inhalten und Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Die Zusammenarbeit mit Kollegen aus der gesamten Klinik und auch hausübergreifend im Asklepios Tumorzentrum Hamburg ist noch mal ein besonderes i-Tüpfelchen – darüber berichte ich in meinem nächsten Beitrag.

Foto: Fotolia/ sudok1

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Wir sind Pflege! Denn mit mehr als zwei Millionen Patienten sind die Asklepios Kliniken eines der größten Gesundheitsunternehmen in Deutschland. Mehr als 47.000 Mitarbeiter sind rund um die Uhr im Einsatz - ein großer Teil von ihnen als Pflegekräfte.
Auf diesem Blog erzählen einige von ihnen aus ihrem Alltag in einer der bundesweit rund 150 Gesundheitseinrichtungen von Asklepios. Wie sie arbeiten und was sie bewegt, lesen Sie hier.

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