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Nicht nur im Freibad, auch bei uns: Ein Pool für die Pflege

Autor:
Asklepios Klinik Altona

Es ist Sommer und heiß in Hamburg. Deswegen kommt hier eine nicht nur von der Begrifflichkeit, sondern auch vom Inhalt her erfrischende Geschichte aus unserem Pool Pflege, oder auch Pflegepool. Dabei handelt es sich um einen Personalpool aus Pflegefachkräften, deren Sprung in die Pflege wunschgemäß über einen Einsatz in konservativen oder operativen Fachbereichen stattfindet. Hierbei werden wahlweise Nachtdienste oder auch Tagschichten an den Wochenenden verlässlich geplant. Der Pool erlaubt dadurch eine flexible Beschäftigung, um beispielsweise den Beruf mit einem Studium vereinbaren zu können.

Als Pflegekoordinatorin nehme ich auch am Wochenend-Rufdienst der Pflegedirektion teil. Hier kann es vorkommen, dass auf kurzfristige Personalausfälle reagiert werden muss. Dabei steht unter bestimmten Voraussetzungen auch dieser Pool abkühlend zur Verfügung, wenn es in Altona mal heiß wird. In diesem Zusammenhang habe ich eine Mitarbeiterin kennenlernen dürfen, die quasi den Pool von der ersten Stunde an kennt. Michaela war die erste Mitarbeiterin, die den Sprung ins Wasser wagte. Nun, nachdem sie sich einige Jahre freigeschwommen hat, verlässt sie den Pool, um in Vollzeit als Lehrerin zu arbeiten. Aber nicht, ohne mir und allen Interessierten über unseren Pflegeblog ihre Erfolgsgeschichte zu erzählen. Hier unser Gespräch:

Michaela, wie kam es, dass Sie sich für den Pflegepool entschieden haben, und was bedeutet das überhaupt?

Michaela: Ich habe 2010 mein Lehramtsstudium für berufsbildende Schulen in Hamburg an der Universität begonnen. Ich kam damals gleich nach meiner Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin nach Hamburg. Von Anfang an stand für mich fest – ich möchte neben dem Studium und meiner späteren Lehrtätigkeit weiter in der Pflege arbeiten. Die Idee dahinter: So weiß ich später noch besser, wovon ich rede. Durch meinen damaligen Partner wurde damals der Kontakt zur Asklepios Klinik in Altona hergestellt und ich bewarb mich dort. Die Pflegedienstleitung unterbreitete mir dann im persönlichen Gespräch das spannende Angebot, im sogenannten Pflegepool zu arbeiten. Ich hatte bis dahin von diesem Konzept noch nichts gehört, stand dem aber aufgeschlossen gegenüber. Es war und ist so, dass man überwiegend im Nachtdienst und an Wochenenden eingesetzt werden kann und pro Monat trotzdem eine feste „Stammstation“ hat. Wegen dieser Flexibilität einerseits, aber auch Kontinuität und vorausschauender Planung andererseits, entschied ich mich also für den Pflegepool. Für mich war genau dieses Prinzip passend, um Studium und Praxis vereinbar zu machen. Nach einer ganz normalen Einarbeitung von ca. drei Wochen im Tagdienst war ich dann auch mit den Abläufen im Haus gut vertraut.

Jetzt, wo Sie uns verlassen, um als Lehrerin voll durchstarten zu können – ganz ehrlich: Welche Vor- und Nachteile hatte Ihre Arbeit in unserem Pflegepool?

Von 2010 bis 2018 hatte ich eine Stelle als Poolmitarbeiterin. Als erste Mitarbeiterin im Rahmen dieses Konzeptes kann ich für mich sagen, dass ich sowohl neben dem Studium und dem Referendariat, als auch im Zusammenhang mit meiner Lehrertätigkeit davon profitiert habe. Im Studium habe ich mit einer halben Stelle im Pool gearbeitet. Hierdurch konnte ich Studium und Leben finanzieren. Die Absprachen und Dienstpläne wurden immer eingehalten und man musste als Poolmitarbeiter nicht an zusätzlichen Tagen einspringen. Die Stationen waren mir gegenüber immer offen und freundlich. Wenn es keinen Personalausfall gab, waren wir zu zweit im Nachtdienst und man konnte durch die Springertätigkeit für viele Stationen eine große Unterstützung sein, was natürlich dankbar angenommen wurde.
Demgegenüber musste man sich aber auch bewusst sein, dass man kein festes Team hat. Das war für mich persönlich manchmal nicht ganz einfach, da ich sehr gerne im Team arbeite. Durch die Absprachen mit der Pflegedienstleitung wurde es aber auch ermöglicht, dass am Wochenende im Tagdienst gearbeitet werden konnte. Hierdurch konnte ich mich dann auch in die Teams integrieren und lernte die stationstypischen Abläufe viel besser kennen.

Wie war das mit der halben Stelle neben dem Studium für Sie? Konnten Sie hier auch mal den Stellenanteil verändern?

Ja, nachdem ich mein Studium beendet hatte, habe ich für ein paar Monate sogar mit einer dreiviertel Stelle im Pool gearbeitet. Das kam mir zeitlich und natürlich finanziell entgegen. Hier konnte ich dann auch eine feste Station wählen, auf der ich mit einer halben Stelle fest eingesetzt war, und die andere 25-Prozent-Stelle war ich im Pool geplant. Diese Zeit war für mich sehr lehrreich und ich bin froh, dass ich das so gemacht habe. Vorbereitend auf meine Lehrtätigkeit habe ich aber dann nur noch auf Basis geringfügiger Beschäftigung im Pool gearbeitet. Schließlich musste und wollte ich dann auch wieder mehr Zeit in meinen neuen Job investieren. Aber es war natürlich super, dass auch das möglich war. Daher habe ich das auch von 2016 bis jetzt aufrechterhalten, denn die Vorteile für meine jetzige Lehrtätigkeit haben sich immer wieder bestätigt: Ich habe aus eigener Perspektive mitbekommen, was in der Pflege los ist. Ich habe neue Entwicklungen selbst erfahren und konnte Sie in das System Schule übertragen. Meine Schüler fühlten sich dadurch deutlich besser verstanden und haben eben auch erkannt, dass ich zwar Lehrerin, aber auch sozusagen Kollegin bin – das macht authentisch.

Wie lautet Ihr Fazit?

Das Konzept Pflegepool war für mich und meinen Werdegang ein absolutes Erfolgskonzept, weshalb ich auch nur schweren Herzens die Tätigkeit beende. Ich habe mich aber zunächst dafür entschieden, an der Universität im Rahmen des Lehramtsstudiums noch einige Aufgaben neben der Lehrertätigkeit in der Schule zu übernehmen. Wenn ich diese Tätigkeit aber beendet habe, kehre ich bestimmt wieder zurück. Denn die Arbeit als Gesundheits- und Krankenpflegerin ist für mich sehr erfüllend und als Lehrerin erhalte ich über diesen Weg einen besonderen und aus meiner Sicht guten Draht zu meinen Schülern.

Michaela, ich bedanke mich für Ihre Geschichte. Ich wünsche Ihnen alles Gute und ich spreche wohl für die Asklepios Klinik Altona, wenn ich sage: Sie sind hier immer herzlich willkommen!

Foto: Asklepios Klinik Altona

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Auf diesem Blog erzählen einige von ihnen aus ihrem Alltag in einer der bundesweit rund 150 Gesundheitseinrichtungen von Asklepios. Wie sie arbeiten und was sie bewegt, lesen Sie hier.

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