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Zum Reanimationskurs nach Garmisch-Partenkirchen

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Kongress vor Berg-Kulisse

Die Kindernotfalltage finden jährlich in Garmisch-Partenkirchen statt, dieses Jahr schon zum siebten Mal. Wenn ich in meiner Erinnerung die Uhr zurück in den Februar drehe, haben wir Teilnehmer wahnsinnig viel Glück gehabt, dass der Kongress noch stattgefunden hat, bevor die Corona-Pandemie alles lahmlegte. Ich bin so unendlich dankbar dafür, denn diese Veranstaltung ist mir besonders ans Herz gewachsen.

Bei diesem Kongress kommen Ärzte, Pflegepersonal und Rettungsdienste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in dem idyllischen kleinen Städtchen zusammen. Garmisch ist umringt von imposanten Bergen und Skipisten. Was für ein Glück für Skifahrer, Rodler und Kletterer, dass der Kongress immer im Winter stattfindet. Die ersten Kindernotfalltage gab es im Jahr 2014. Ich bin 2016 das erste Mal dabei gewesen und durfte seitdem jedes Jahr teilnehmen. Mittlerweile sind die Plätze begrenzt und im Dezember fast schon immer ausgebucht. Der Kongress geht immer von Donnerstag bis Samstag.

Was macht diesen Kongress zu so einem Highlight?

Im Jahr 2014 bin ich von der Kinderonkologie in die Kindernotaufnahme gewechselt. Das war für mich ein großer Schritt. Durch Zufall erfuhr ich von einer Bekannten von den Kindernotfalltagen. Neues lernen, dafür bin ich immer zu haben. Aber bis nach Bayern fahren? Ob sich das lohnt? Ich kannte onkologische Kongresse mit interessanten Vorträgen, sehr guten Dozenten und außergewöhnlichem Rahmenprogramm. In dieser Hinsicht war ich verwöhnt; mein Anspruch war unwahrscheinlich hoch.

In Garmisch wurde ich nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Ich war begeistert. Tolle Dozenten, hochinteressante fachliche Vorträge, Tutorien, Workshops, eine Industrieausstellung, bei der Firmen ihre neuesten medizinischen Geräte, Hilfsmittel usw. vorstellen. Man war sofort mittendrin.

Vorfreude seit dem Sommer

Dieses Jahr war ich zum fünften Mal in Garmisch. Eigentlich wollte ich einmal aussetzen, aber schon im Sommer vergangenen Jahres wurde ich wieder neugierig. Also habe ich in der Klinik den Antrag gestellt, Kongress sowie das Hotel gebucht – und mich seither auf den Februar gefreut.

Im Zug nach München hatte ich Zeit, um in Ruhe das Programm durchzugehen und mir gezielt Vorträge und Tutorien auszusuchen. Die Workshops müssen zeitgleich mit der Anmeldung gebucht werden. Ich war beim Kinderreanimationskurs ALS (Advanced-Life-Support) dabei – einer der besten Reanimationskurse, die ich mitgemacht habe. Die Rettungssanitäter bringen eine Simulationspuppe mit der Rettungstrage in den Raum. Nach dem Umlagern auf die Untersuchungstrage und der Übergabe durch die Sanitäter müssen sich die Teilnehmer um den Patienten kümmern und handeln. Sie werden gefilmt und bekommen nach der Übung eine Auswertung. Durch das Seminar führen immer eine Fachkinderintensivkrankenschwester, ein Kinderintensivmediziner (zeitgleich auch Kindernotarzt) und ein Notfallsanitäter der Berufsfeuerwehr.

Der Kongress beginnt schon im Zug

Bereits in München treffe ich jedes Mal die ersten bekannten Gesichter. Im Zug nach Garmisch-Partenkirchen beginnt das große Wiedersehen mit Kollegen und Kolleginnen, die ich in den vergangenen Jahren kennengelernt hatte. Im Hotel steht für die Nordlichter immer schon bei der Ankunft eine Tasse Tee parat.

Tage voller Wissen

Der erste Kongresstag ist fast wie nach Hause kommen. Ein herzliches Wiedersehen mit alten Bekannten – und das bei 1000 Teilnehmern. Spätestens beim Wiedersehen habe ich es nicht mehr bereut, wieder die weite Reise gemacht zu haben. Abends gibt es Weißbier und Brezel. Der erste Tag verging wie im Fluge und danach saß ich noch lange mit Kollegen aus dem Drei-Länder-Eck am Kamin zusammen.

Tag zwei ist voll mit Wissen gepackt. Zum fünften Mal dabei – und trotzdem war nichts wie beim letzten Mal, es gab viel Neues zu lernen. Abends fand wieder die schon legendäre Kongressparty statt: Eine tolle Band, ein supertoller DJ. Leider sind hier nur 500 Leute zugelassen. Man ist gut beraten, wenn man am nächsten Tag eine Sonnenbrille dabei hat.

Tag drei war genauso spannend und lehrreich wie die anderen Tage. Professoren, Ärzte, Kinderkrankenschwestern, Hebammen, Notfallsanitäter, Bergretter, Kinderpsychologen haben haben sich wieder so gut vorbereitet, dass man mit jeder Menge Input nach Hause fährt. Am Ende des Kongresses erhält Jeder ein Zertifikat.

Der Austausch mit Kollegen gehört dazu

Die Industrieausstellung lohnt sich immer: Es gibt viel zum Ausprobieren und Üben. Und manchmal gibt es auch von den Ausstellern etwas richtig Tolles: Ich bekam dieses Jahr von einer Firma schöne Frühchentagebücher mit. In diese Tagebücher können die Eltern die ersten Lebenstage, manchmal sogar Wochen oder Monate ganz persönlich mit Worten, Fotos oder gemalten Bildern von den Geschwisterkindern dokumentieren. Außerdem werden auf einigen Seiten für die Eltern wichtige Geräte wie z.B. Beatmungsgerät, UV-Lampe, Inkubator mit leichten und verständlichen Worten und Bildern erklärt.

Viele Teilnehmer bleiben über das Wochenende noch im Städtchen. Skifahren, Shopping, Klettern, ein Besuch im Biergarten … und selbst bei diesen Aktivitäten treffen sich Dozenten und Kongressbesucher wieder. Es wurde wieder ein langer Abend.

Sonntag ging es für alle wieder in Richtung Heimat – es rollte sogar die eine oder andere Abschiedsträne. Aber ich war wieder voller Elan und Pläne, was ich in meiner Klinik alles gern ändern und einführen würde. Für meine Kolleginnen gestalte ich stets ein Informationsblatt mit den wichtigsten Punkten des Kongresses. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen bei den Kindernotfalltagen in Garmisch-Partenkirchen 2021.

Fotos: Christiane Langhals

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