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Onkologische Fachpflege – wohin geht die Reise?

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GASTBEITRAG

Suad Kamberovic ist Pflegekoordinator Onkologische Fachpflege in der Asklepios Klinik Barmbek. Hier beschreibt er, was die Weiterbildung in Onkologischer Pflege so wertvoll macht. Beim Asklepios Krebskongress im Februar wird es im Rahmen eines Pflegetags auch darum gehen.

Krebserkrankungen nehmen zu. Schon heute sind an Krebs erkrankte Menschen eine der größten Patientengruppen in Deutschlands Kliniken und Praxen. Hier im Blog habe ich bereits berichtet, warum die Arbeit in der Onkologie für mich eine perfekte Mischung ist. Persönliche, emotionale Patientenkontakte gehen hier Hand in Hand mit fachlich spannenden Inhalten und nicht zuletzt auch mit Entwicklungsmöglichkeiten. Über genau diese Entwicklungsmöglichkeiten möchte ich noch ein wenig mehr berichten. Denn in der Onkologischen Fachpflege sehen wir uns insgesamt und speziell im Asklepios Tumorzentrum Hamburg mit einer großen Herausforderung konfrontiert: Wie kann es gelingen, ausreichend onkologische Fachpflegekräfte zu gewinnen. Wie den steigenden Bedarf decken, wenn gleichzeitig der Pflegekräftemangel immer größer wird? Und wie kann ihr Einsatzbereich so gestaltet werden, dass Kliniken, Kollegen und Patienten optimal von onkologischen Fachpflegekräften profitieren?

Zahl der Krebstherapien wächst

Der steigende Bedarf ergibt sich zunächst aus der demographischen Entwicklung: Mit einer alternden Bevölkerung steigt die Zahl der Krebspatienten. Gleichzeitig hat die Spezialisierung und damit auch die Komplexität der Krebstherapie schon in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen: Als vor 28 Jahren die ersten fachspezifischen Weiterbildungen für Pflegende in der Onkologie entstanden, gab es im Wesentlichen Operationen, Strahlentherapie und Chemotherapie. Heute haben sich nicht nur diese Therapieoptionen deutlich weiter verzweigt und spezialisiert, es sind außerdem noch Hormon-, Knochenmark-, Stammzell-, Antikörper- und Immuntherapien hinzugekommen.

Alle diese Therapien, ihre spezifischen Wirkungen und auch eventuellen Nebenwirkungen erfordern ein großes Maß an Fachwissen – nicht nur von Medizinern, sondern auch von Pflegenden. Pflegekräfte müssen wie ihre ärztlichen Kollegen auf dem aktuellsten Stand und in der Lage sein, Wissen zu transferieren, im Alltag anzuwenden und bei Bedarf an Kollegen weiterzugeben. Eine Aufgabe, auf die die Fachweiterbildung gezielt vorbereitet.

Dieses Foto entstand bei einer Weiterbildung für Onkologische Pflege in Hamburg.

Stütze der Patienten

Außerdem sind Pflegende häufig erste Ansprechpartner für Patienten. Sie erwarten von uns – zu Recht – eine fachliche Einordnung ihrer Beschwerden und eine fundierte Beratung. Das wiederum erfordert nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch Beratungs- und Gesprächsführungskompetenz – ebenfalls Inhalte der Fachweiterbildung. Diese Kompetenzen sind auch im Umgang mit ambulanten Patienten gefragt. So haben Studien zeigen können, dass eine Fachpflegekraft als kontinuierlicher Ansprechpartner Nebenswirkungsmanagement und Lebensqualität der Patienten deutlich verbesserte. Ähnliches gilt für die Nachsorge: Hier können spezialisierte Pflegekräfte beratend und koordinierend tätig sein und Kontakte zu verschiedenen Beratungsstellen und Unterstützungsangeboten vermitteln.

Ansprechpartner auf Augenhöhe

Mit der Fachweiterbildung für onkologische Pflegekräfte möchten wir Mitarbeiter für diese vielfältigen Aufgaben qualifizieren und vorbereiten. Für Kliniken ist dies nicht nur im Sinne einer optimalen Patientenversorgung ein Gewinn. Der Einsatz fachweitergebildeter Pflegekräfte ist zudem bereits verbindliches Kriterium für die Zertifizierung Onkologischer Zentren. Das ist aber nur eine Seite der Medaille: Wer sich für diese anspruchsvolle Weiterbildung entscheidet, möchte danach auch entsprechend seiner Qualifikation arbeiten, ein passendes Aufgabenspektrum und Gestaltungsspielraum haben und zudem von ärztlichen Kollegen als Ansprechpartner auf Augenhöhe wahrgenommen werden. Krankenhäuser, die langfristig Mitarbeiter binden möchten, sind gefordert, onkologische Fachpflegekräfte entsprechend ihrer Kompetenzen einzusetzen und die Arbeitsfelder bewusst zu gestalten.

Im Asklepios Tumorzentrum Hamburg haben wir uns mit einem eigenen Projekt auf den Weg gemacht, die zukünftige Rolle der Onkologischen Fachpflege zu definieren. Ein spannender Prozess, der zeigt, wie vielfältig die Entwicklungsmöglichkeiten in der Onkologischen Pflege sind. Wer Spaß an der Mitgestaltung der Zukunft hat, der ist bei uns richtig!

Veranstaltungstipp: Vom 11. bis 13. Februar findet der Asklepios Krebskongress statt – am Freitag, 12. Februar, erstmals mit eigenem Pflegetag. Auch hier geht es neben konkretem Input zu fachpflegerischen Aspekten um die Zukunft der Onkologischen Pflege. Selbstverständlich findet der Kongress aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen online statt. Programm und Anmeldung hier.

Fotos: Fotolia/ sudok1, Asklepios Klinik Barmbek

Über Uns

Wir sind Pflege! Denn mit mehr als zwei Millionen Patienten sind die Asklepios Kliniken eines der größten Gesundheitsunternehmen in Deutschland. Mehr als 47.000 Mitarbeiter sind rund um die Uhr im Einsatz - ein großer Teil von ihnen als Pflegekräfte.
Auf diesem Blog erzählen einige von ihnen aus ihrem Alltag in einer der bundesweit rund 150 Gesundheitseinrichtungen von Asklepios. Wie sie arbeiten und was sie bewegt, lesen Sie hier.

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