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Helfende Hände in der Kindernotaufnahme

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Kleines Mädchen in der Kindernotaufnahme wartet auf ihre Medizin

Puls messen, Botengänge erledigen und einfach für Kinder da sein – angehende Notfall- und Rettungssanitäter:innen sind in der Kindernotaufnahme gern gesehene helfende Hände. Doch das war nicht immer so. Anfangs waren wir in der Kindernotaufnahme am AK Nord Heidberg in Hamburg etwas skeptisch über unsere neuen Praktis. Aber wir haben schnell gemerkt, was für eine tolle Unterstützung die Auszubildenden für uns sein können.
In ihrer dreijährigen Ausbildung zu Notfallsanitäter:innen beziehungsweise dreimonatigen Lehrzeit zu Rettungssanitäter:innen haben die Auszubildenen die Möglichkeit, zwei Wochen lang einen pflegerischen Einsatz in der Kindernotaufnahme zu absolvieren. Weil die Sanis in der Präklinik sonst weniger mit Kindern zu tun haben, stellen sie an uns Pflegekräfte viele Fragen. Und wir beantworten diese gerne und geduldig.

Ich habe mit unserem Rettungssanitäter-Auszubildenden Nico L. gesprochen und ihn zu Beginn seines Praktikums nach seinen Wünschen und Erwartungen gefragt. Nach seinem Einsatz bei uns, wollte ich wissen, ob er zufrieden war.

Christiane: Hallo Nico. Danke, dass du dich für ein Gespräch für den Pflegeblog bereit erklärt hast. Hast du dich bewusst für die Kinder-ZNA entschieden oder wurdest du uns zugeteilt?
Nico: Ich wollte sehr gerne etwas mit Kindern machen und habe mir deshalb die Kinder-ZNA gewünscht.

Christiane:
Hattest du schon Vorerfahrungen in der Arbeit mit kranken Kindern und deren Angehörigen?
Nico: Vor dem Praktikum noch gar nicht. Das war auch einer der Hauptgründe, warum ich in die Kindernotaufnahme wollte. Was ich bisher in der Rettungsschule gelernt habe, bezog sich fast immer auf Erwachsene. Hier habe ich die Möglichkeit, ganz neue Dinge zu lernen, da die Arbeit mit Kindern eine ganz andere zu sein scheint.

Christiane:
Welche Erfahrungen und Wünsche hast du?
Nico: Ich wünsche mir, dass ich richtig mit anpacken und helfen kann.

Christiane:
Was möchtest du speziell lernen?
Nico: Ich möchte gerne lernen, wie man mit Patient*innen gut umgeht und Feingefühl für komplizierte Situationen entwickelt. Außerdem würde ich gerne lernen, wie man die Theorie in der Praxis anwendet.

Da im Oktober vergangenen Jahres die Infektzeit gerade begonnen hatte, war die Kindernotaufnahme immer voll und wir haben und hatten alle Hände voll zu tun. Unsere Azubis mussten ganz schön mit anpacken und sie waren uns eine große Hilfe. Fieber- und Blutdruckmessen, umlagern, in Ausnahmesituationen der Springer sein. Auch haben Familien, bei denen eine große Sprachbarriere herrscht, sehr von den Azubis profitiert. Nach Aufnahme des Kindes haben sie kurzerhand – ohne viele Worte – Taschen und Koffer unter die Arme geklemmt und sind mit den Familien zusammen auf Station gegangen. Das ersparte uns Pflegekräften Wegerklärungen, die viel Zeit rauben.

Christiane: Dein Einsatz ist nun nach zwei Wochen beendet. Wie ist dein Fazit?
Nico: Es hat mir mega-gut gefallen, ich konnte richtig mit anpacken! Ich hatte immer das Gefühl eine Hilfe zu sein und wurde vom ganzen Team immer sehr gut und freundlich behandelt.

Christiane:
Hast du für dich Unterschiede in der Arbeit mit kranken Kindern und deren Angehörigen im Vergleich zur Krankenpflege bei Erwachsenen wahrgenommen? Und wenn ja, welche?
Nico: Total. Die Kinder haben häufig eben ihren eigenen Kopf. Manchmal musste ich kreativ werden, um Pflegemaßnahmen wie kurz in die Augen leuchten, Puls und/oder Fieber messen zu erklären – was die Arbeit sehr besonders macht.

Christiane:
Was kannst du für dich mitnehmen in deine Arbeit als künftiger Rettungssanitäter?
Nico: Auf jeden Fall nehme ich mit, wie ich Kindern helfen kann. Das ist etwas, was ich echt unterschätzt habe. Notfallmedizin und Pflege an Kindern ist eben nicht das gleiche wie an Erwachsenen. Zusätzlich nehme ich viel neue Motivation mit. Weil Kinder einem sehr viel zurückgeben, wenn ihnen geholfen wird. Diese Freude bei den Kleinen zu sehen, macht echt viel Spaß.

Christiane:
Ein schöneres Schlusswort gibt es nicht. Danke Nico, für deine Zeit.

Foto: Fotolia

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