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Englischunterricht für Pflegeberufe – auch das noch!

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Präsenzwochenende im Rahmen meines Studiums „Berufspädagogik für Gesundheits- und Pflegeberufe“. In dieser Woche kam es ganz dicke: erst die Klausur am Freitagvormittag, dann ein Wochenend-Seminar. Meine Ergebnisse der letzten Klausuren waren nicht so, wie ich es wollte. Darum habe ich extra viel gelernt – und dabei verdrängt, welches Thema an diesem Wochenende im Seminar vermittelt werden sollte. Das war eindeutig besser so, denn der Titel sagt schon alles: „English for Nurses “. Mein absolutes Schamthema. Nach neun Jahren Schulenglisch verstehe ich das meiste, bekomme aber den Mund nicht auf. Ein Tipp, wenn man mich zum Schweigen bringen will: einfach Englisch mit mir sprechen.

Warum Englisch für Pflegeberufe?

So viel zu meinem inneren Widerstand. Natürlich ist mir die Sinnhaftigkeit des Englischen auch in Pflegeberufen klar. In einem meiner Artikel habe ich davon berichtet, dass die zunehmende Zahl an Patienten, die kein Deutsch sprechen, zu Verständigungsproblemen führt. Der Studiengang „Berufspädagogik für Gesundheits-und Pflegeberufe“ sieht das Seminarthema „English for Nurses“ aber auch noch aus einem ganz anderen Grund vor.

Englische Fachtexte zu pflegerelevanten Themen

Zu jedem Studium gehört wissenschaftliches Arbeiten. Sonst wäre es auch kein Studium. Für mich bedeutet das eine ausgiebige Literaturrecherche, wenn Hausarbeiten erstellt werden müssen. Alles, was ich schreibe, muss ich mit Quellen belegen. Beschäftigt man sich mit der Entwicklung der Pflegeberufe in Deutschland, stößt man schnell darauf, dass andere Länder häufig mehr Pflegeforschung betreiben. Mehr Pflegeforschung bedeutet auch mehr Literatur, zum Beispiel Studien. Die wenigsten Fachtexte werden ins Deutsche übersetzt, und so stoße ich bei meinen Recherchen vor allem auf englischsprachige Literatur. Bisher bin ich der Nutzung aus dem Weg gegangen und habe mich auf deutschsprachige Quellen bezogen. Das soll durch das Seminar „English for Nurses“ anders werden.

War ja klar: Seminarsprache Englisch

Gerade hatte ich die Klausur verdaut, saß ich nun im Seminar und mir wurde tatsächlich erst jetzt bewusst, dass wir natürlich nicht auf Deutsch Englisch lernen würden. Mein erster Gedanke: Ich gehe lieber wieder. Zum Glück führt mein Stolz nicht nur dazu, dass ich Hemmungen habe, wenn ich Englisch spreche, sondern auch dazu, keine Schwäche zeigen zu wollen. Das hätte ich aber getan, wenn ich gegangen wäre. Und so bin ich geblieben. Zum Glück ist die Dozentin der Organisation „English for Nurses“ auch geschult darin, Leute wie mich mit ins Boot zu holen.

Spaß und Fehler gehören dazu

Ich habe mich also durch diese beiden Tage gekämpft, meine Fehler ausgehalten, viel gelernt und genauso viel Spaß gehabt. Wusstet ihr, dass Station nicht station sondern ward heißt? Und Stationsleitung heißt doch tatsächlich sister. Als Prüfungsleistung müssen wir bis Mai eine Hausarbeit schreiben – natürlich auf Englisch und basierend auf englischsprachigen Quellen. Das wird mich viele Nerven kosten, aber ich habe mir vorgenommen, das als Chance zu nutzen und jetzt anzufangen meine Englischkenntnisse zu verbessern. Denn irgendwann will ich für eine Zeit ins Ausland gehen, in die Entwicklungshilfe oder in Krisengebiete, und spätestens dann muss ich mich um Englisch für Pflegeberufe kümmern.

Foto: Katharina Voß

Katharina Voß

(Jahrgang 1983) ist Unterrichtsassistentin im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Asklepios Kliniken Hamburg. Sie lebt mit ihrem Sohn in Hamburg. Katharinas Leidenschaft ist das Laufen, mehrmals pro Woche trainiert sie. Katharina tritt auch bei Amateurwettkämpfen an, unter anderem beim B2Run, dem Asklepios Firmenlauf. Beim Laufen kann Katharina die Anstrengungen der Arbeit hinter sich lassen und abschalten. Mit ihrem Sohn hat sie das Skifahren für sich entdeckt. Die Abfahrten im Salzburger Land in Österreich begeistern Mutter und Sohn so sehr, dass sie jedes Jahr wiederkommen. Die gemeinsamen Skiferien im März haben einen festen Platz in der Urlaubsplanung.


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