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Lindas Start in die Krankenpflege: Hält man es aus, wenn jemand stirbt?

Autor:

VON SVENJA HORN

Linda ist eine unserer Auszubildenden in der Gesundheits- und Krankenpflege. Im November 2015 hat sie ihre Ausbildung in der Klinik begonnen, in der sie vor 19 Jahren selbst zur Welt kam. Wie liefen die ersten Monate: Haben sich Lindas Erwartungen erfüllt? Wie hat sie die Herausforderungen gemeistert? Ich habe mit Linda gesprochen und sie um eine erste Bilanz gebeten.

Zurzeit arbeitet Linda – neben schulischen Phasen im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe (BZG)– auf der gastroenterologischen Station der Asklepios Klinik Altona.

Die Geburt ihres Neffen war für sie der Auslöser für den Wunsch, Krankenschwester zu werden. Sie fand es damals toll, die Pflegekräfte bei ihrer Arbeit zu beobachten. Als sie sich dann tatsächlich für diesen Beruf entschied, kam die Angst vor den Herausforderungen dazu. Sie fragte sich, wie sie wohl damit umgehen würde, wenn jemand stirbt, und ob es sie sehr belasten würde, wenn einer ihrer Patienten unheilbar krank wäre.

In den vergangenen fünf Monaten hat sie beides erlebt. Merkwürdig sei es gewesen, das erste Mal in ihrem Leben einen verstorbenen Menschen zu sehen, sagt sie. Ihre Kollegen auf der Station hätten ihr aber alles toll erklärt, und dann sei die Situation für sie okay gewesen. Linda hatte nun erfahren, dass Sterben neben all der Traurigkeit auch eine Erlösung sein kann.

Wie kommt man mit den Gerüchen klar?

Vor Beginn ihrer Ausbildung hatte Linda sich auch gefragt, ob sie die vielen nicht so guten Gerüche in einer Klinik aushalten würde. Heute sagt sie, sie habe es sich viel schlimmer vorgestellt. Die Gerüche sind zwar da, sie empfindet sie aber nicht als sehr belastend.

Wenn Linda sich mit Freunden trifft und sich alle über ihre Ausbildungsberufe austauschen, wird oft zu ihr gesagt: „Das könnte ich nicht!“ Linda empfindet solche Äußerungen nicht als abwertend. Ganz im Gegenteil: Sie sagt, es mache sie stolz, einen Beruf zu erlernen, von dem andere sagen, sie könnten ihn nicht ausführen. In einem dieser Gespräche erfuhr sie nebenbei, dass einer ihrer Freunde, der eine Ausbildung zum Bürokaufmann macht, sogar im dritten Ausbildungsjahr 250 Euro weniger verdient als sie in ihrem ersten Ausbildungsjahr. Ein Vergleich, der Linda natürlich bestärkt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Freiheiten durch Schichtdienst

Die wechselnden Arbeitszeiten durch Früh- und Spätdienste empfindet Linda für sich persönlich überhaupt nicht negativ. Lächelnd sagt sie: „Dann ist alles nicht so starr, und ich kann auch mal ausschlafen.“ Durch den Schichtdienst kommt es auch mal vor, dass Linda viele Tage am Stück arbeiten muss. In diesem Monat waren es sogar zehn Tage in Folge. Das fand sie natürlich anstrengend. Aber danach hatte sie fünf Tage hintereinander frei. Das ist jedes Mal wie ein Kurzurlaub, ohne dass man dafür tatsächlich Urlaub nehmen muss, meint Linda.

Sie hat außerdem festgestellt, dass Urlaub sehr flexibel genommen werden kann. Natürlich muss man sich mit den anderen Teammitgliedern abstimmen, aber wenn man sein Examen gemacht hat, ist es unter Umständen sogar möglich, einen langen Urlaub von mehr als drei Wochen zu bekommen. Mit leuchtenden Augen berichtet sie von ihrem Traum, einen langen Urlaub zu nutzen, um die Welt zu erkunden.

Büffeln für die Krankenpflege

Gerade hat Linda die Probezeit ihrer Ausbildung bestanden. Lindas Resümee: Ihre Erfahrungen in den letzten Monaten hätten ihr gezeigt, dass sie die richtige Berufswahl getroffen hat. Die ersten Klausuren seien allerdings nicht so gut ausgefallen, räumt Linda ein. Für diese Ausbildung müsse man sehr fleißig sein, hat Linda erkannt. Ein großes medizinisches Wissen wird vermittelt, obendrein ist kritisches Denken sehr wichtig für die Krankenpflege. Das alles kann Linda aber nicht demotivieren. Im Gegenteil: Es spornt sie an. Sie möchte ihre Ausbildung erfolgreich beenden und irgendwann mal so sein, wie ihr großes Vorbild, ihre derzeitige Stationsleitung. Dafür gibt Linda mit viel Freude Vollgas.

Foto: Svenja Detjen

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