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Pflegecontrolling: Warum Zahlen Nähe brauchen

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Zwei Mitarbeitende von Asklepios sitzen auf einer Bank vor dem Westklinikum Hamburg und sprechen über Pflegecontrolling.

Caroline Runges Artikel zu Pflegekennzahlen im Pflegecontrolling hat mir einen wichtigen Punkt klar gemacht: Zahlen gehören zur Pflege, ob wir wollen oder nicht. Sie sind da, sie werden genutzt und sie beeinflussen Entscheidungen. Was mich danach beschäftigt hat, war aber eine andere Frage: Wie fühlt sich Pflegecontrolling eigentlich an?

Vom System zur Station: Ich habe genauer hingeschaut

So habe ich kurzerhand Sven von Allwörden-Eder im Asklepios Westklinikum Hamburg besucht und ihm genau diese Frage gestellt. Sven ist Pflegecontroller und weiß aus erster Hand, wie das ist. Er hat mir viel erklärt, gezeigt und wir haben ausführlich gesprochen.

Schnell wird klar: Pflegecontrolling beginnt nicht im Büro, sondern mit der Pflegedokumentation der Kolleg:innen auf Station. Jede Einschätzung, jede Maßnahme, jede Verlaufsdokumentation ist Teil eines größeren Ganzen.

Das verändert den Blickwinkel. Denn dann sind Pflegekennzahlen kein abstraktes Kontrollinstrument mehr, sondern ein Abbild pflegerischer Realität. Auch mit all ihren Herausforderungen.

Nicht Kontrolle, sondern Verbindung

Ein Gedanke hat sich dabei besonders gefestigt: Pflegecontrolling darf nicht als reine Kontrolle verstanden werden. Sobald Zahlen losgelöst vom Pflegealltag interpretiert werden, entsteht Distanz und genau die ist gefährlich.

Im direkten Kontakt mit Pflegenden auf Station zeigt sich:

  • Zahlen erklären sich nicht von selbst
  • Abweichungen haben fast immer nachvollziehbare Gründe
  • Pflegequalität lässt sich nicht ohne Kontext bewerten

Erst im Gespräch wird aus einer Pflegekennzahl eine Geschichte, aus einer Abweichung ein Hinweis und aus Kontrolle eine Chance zur Verbesserung.

Datenqualität ist Teamarbeit

Ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Datenqualität entsteht nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis von:

  • verständlicher Pflegedokumentation
  • klaren Strukturen
  • und gut aufbereiteten Informationsmaterialien

Wenn Pflegende wissen, warum sie etwas dokumentieren und wofür diese Daten genutzt werden, steigt nicht nur die Qualität, sondern auch die Akzeptanz. Pflegedokumentation wird dann nicht als Zusatzbelastung erlebt, sondern als Teil professioneller Pflege.

Die Schlüsselrolle der Stationsleitungen

Besonders deutlich wurde für mich die Bedeutung der Stationsleitungen. Sie sind die Brücke zwischen Zahlen und Menschen. Wenn sie Pflegecontrolling nicht nur „weiterreichen“, sondern:

  • Ergebnisse einordnen
  • Rückmeldungen aus dem Team aufnehmen
  • und Entwicklungen gemeinsam besprechen

dann wird Pflegecontrolling zu einem Führungsinstrument, nicht zu einem Druckmittel.

Ohne diese enge Zusammenarbeit bleibt Pflegecontrolling theoretisch. Mit ihr kann es echte Veränderungen anstoßen.

Mein Fazit

Pflegecontrolling funktioniert nur dann nachhaltig, wenn es nah an den Pflegenden bleibt. Pflegekennzahlen brauchen Beziehung, Erklärung und Dialog. Nicht jede Kennzahl ist ein Urteil – oft ist sie einfach eine Einladung, genauer hinzusehen. Kurzum: Pflegecontrolling fühlt sich nach Nähe an, nicht nach Distanz.

Foto: Asklepios

Scarlett Obermeyer

Scarlett Obermeyer (Jahrgang 1997) arbeitet seit Mai 2025 als Projektassistentin im Konzernbereich Pflege bei Asklepios am Standort Hamburg. Ihr Weg in die Pflege begann früh: Mit 18 Jahren absolvierte Scarlett ein Freiwilliges Soziales Jahr auf einer geschlossenen Psychiatriestation in Nürnberg. Danach stand für sie schnell fest, dass sie in diesem Bereich arbeiten möchte. Es folgte die Ausbildung zur Pflegefachkraft, die sie durch Stationen in der Notaufnahme, im ambulanten Dienst und über einen Zeitraum von vier Jahren in der forensischen Psychiatrie ergänzte. Im Jahr 2021 entschied sie sich für den nächsten Schritt und begann ein Studium im Gesundheits- und Pflegemanagement. Ihre akademische Ausbildung eröffnete ihre neuen Perspektiven, vor allem im Hinblick auf die strukturellen Herausforderungen in der Pflege. Seither brennt sie dafür, mitzugestalten. Scarlett denkt Pflege ganzheitlich. Für sie ist klar: Gute Pflege braucht moderne Strukturen, digitale Unterstützung und einen respektvollen Umgang auf Augenhöhe mit Patient:innen sowie im Team. Dabei bleibt sie ihrer Linie treu: menschlich, klar und lösungsorientiert. Privat ist Scarlett aktives Mitglied eines Motorradvereins, trainiert mehrmals pro Woche Kraft und Ausdauer mit akrobatischen Elementen und engagiert sich im Sommer bei Freizeiten für junge Menschen. Als Pflegebotschafterin bringt sie nicht nur Erfahrung und fachliches Know-how, sondern auch Begeisterung für neue Ideen mit. Auf dem Blog wird sie künftig regelmäßig Einblicke in ihre Arbeit geben und Themen behandeln, die sie bewegen, wie zum Beispiel die digitale Transformation und die Berufsidentität in der Pflege.


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Über Uns

Wir sind Pflege! Denn mit mehr als zwei Millionen Patient:innen sind die Asklepios Kliniken eines der größten Gesundheits-unternehmen in Deutschland. Mehr als 67.000 Mitarbeiter:innen sind rund um die Uhr im Einsatz - ein großer Teil von ihnen als Pflegekräfte.
Auf diesem Blog erzählen einige von ihnen aus ihrem Alltag in einer der bundesweit rund 170 Gesundheitseinrichtungen von Asklepios. Wie sie arbeiten und was sie bewegt, erfährst du hier.

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