Im Verlauf meines Berufslebens habe ich viele Freundschaften in der Pflege gefunden, aber eine ganz besondere begann bereits während meiner Studienzeit. Als ich in Österreich studierte, traf ich jemanden, der mir nicht nur dort zur Seite stand, sondern auch ein Freund fürs Leben wurde.
Meinen Studienfreund Andreas traf ich einst auf dem Universitätsgelände in Salzburg. Er kam aus Linz in Österreich, ich aus Hamburg. Wir haben zusammen Pflegewissenschaften im Bachelor studiert und sind jetzt beide im Doktoratsstudium. Zwei Welten, eine Leidenschaft: Die Pflege.
Trotz der Unterschiede in den Gesundheitssystemen, aus denen wir stammen, teilen wir dieselben Werte. Es sind vor allem die vielen Gemeinsamkeiten, die uns verbinden. Durch unsere Gespräche und den Austausch über die Jahre hinweg wurde schnell klar: Egal, aus welchem Land oder System wir kommen, die Herausforderungen in der Pflege sind ähnlich. Wir begegnen den gleichen Schwierigkeiten, die diesen Beruf ausmachen, und haben die gleichen Träume von einer flächendeckenden Akademisierung.
Eine gemeinsame Sprache der Pflege
Was uns wirklich verbindet, ist die gemeinsame Sprache der Pflege. Und mit „Sprache“ meine ich nicht nur die Fachbegriffe und Konzepte, die wir verwenden, sondern auch die tiefere Bedeutung, die hinter dieser Berufung steckt. Es geht um Empathie, Verantwortung, Fürsorge und das ständige Streben nach Verbesserung – egal, ob wir an der Bettkante einer Patientin oder eines Patienten stehen oder an einer wissenschaftlichen Fragestellung arbeiten. Wir sprechen die gleiche Sprache, weil wir die gleiche Leidenschaft teilen.
In den 10 Jahren unserer Kameradschaft haben wir uns nicht nur in fachlichen Fragen unterstützt, sondern auch in den schwierigen, belastenden Momenten. Das ist der wahre Wert der Freundschaft in der Pflege: die Bereitschaft, füreinander da zu sein, selbst wenn uns geografische und berufliche Grenzen trennen. Unsere Gespräche über das Bachelor-, Master- oder sogar Doktorratsstudium gingen oft über das reine Fachwissen hinaus. Sie beinhalteten auch persönliche Ängste, Sorgen und die gemeinsamen Erfahrungen mit dem starken Druck, dem Pflegekräfte täglich ausgesetzt sind.
Pflege fordert Unterstützung
Die gegenseitige Unterstützung, die wir uns über all diese Jahre hinweg gegeben haben, ist das, was die Pflege wirklich ausmacht. Es geht weit über das hinaus, was in Lehrbüchern steht. Sie reicht tief in den Bereich der Menschlichkeit und des Miteinanders. In den schwierigen Momenten der wissenschaftlichen Arbeit – sei es in den Nächten, in denen wir an Forschungsarbeiten feilen, oder in den Zeiten der Zweifel, wenn der Druck zu groß wird – haben wir uns gegenseitig den Rücken gestärkt. Dabei ging es nicht nur um fachliche Ratschläge, sondern auch darum, sich als Menschen mit dem gleichen Beruf und dem gleichen Respekt für die Patient:innen und die Arbeit zu unterstützen.
Die Pflege spricht in dieser Hinsicht eine universelle Sprache, die uns verbindet. Auch wenn das deutsche und das österreichische Gesundheitssystem unterschiedlich sind, spüren wir beide die gleiche Verantwortung, die gleiche Freude und manchmal auch die gleiche Verzweiflung, die dieser Beruf mit sich bringt. Aber das ist es, was die Pflege so einzigartig macht: Sie fordert uns heraus, uns gegenseitig zu stützen, zu motivieren und zu unterstützen. Sie lehrt uns, dass wir uns nicht nur in den praktischen Aspekten des Berufs, sondern auch in den emotionalen Herausforderungen, die damit einhergehen, verstehen können.
Danke für die Freundschaft
In diesem Artikel möchte ich mich bei meinem Kommilitonen Andreas bedanken. Für die aufrichtige Freundschaft, die durch die Pflege entstanden ist. Für die Unterstützung in den schwierigen Momenten, in denen wir uns gegenseitig Mut gemacht haben. Und für die Hilfe in den verzweifelten Nächten, in denen wir gemeinsam an unseren Forschungsarbeiten gefeilt haben, auch wenn die Welt um uns herum scheinbar stillstand.
Trotz der unterschiedlichen Gesundheitssysteme und der geografischen Grenzen, die uns trennen, verbindet uns die Pflege in einer Weise, die über alles andere hinausgeht.
Die Pflege ist eine Lebenshaltung, die uns dazu anregt, miteinander zu wachsen, uns gegenseitig zu helfen und in schwierigen Zeiten füreinander da zu sein. Egal, woher wir kommen oder welche Sprache wir sprechen – wir sind vereint durch diese Leidenschaft und das gemeinsame Ziel, Menschen zu helfen und die Pflege weiter voranzutreiben.
Danke Andreas und allen Kolleg:innen für die bereichernden Freundschaften.
Foto: Anna-Luisa Brigmann

