Suchen Sie nach etwas?

Teil 2: Ökonomische Nachhaltigkeit auf Station

Pflegekraft entsorgt medizinische Einwegmaterialien in Klinikflur – Hygiene und sichere Abfallentsorgung im Krankenhausalltag

Wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, denken viele zuerst an Umwelt- oder Klimaschutz. Doch Nachhaltigkeit in der Pflege hat noch eine weitere wichtige Dimension: die ökonomische Nachhaltigkeit.

In meiner Blogserie „Pflege mit Zukunft“ geht es darum, wie nachhaltiges Handeln im Pflegealltag wirklich aussehen kann. Nachdem ich im ersten Teil die Grundlagen von Nachhaltigkeit erklärt habe, widmet sich dieser Beitrag der Frage, wie ein bewusster Umgang mit Zeit, Material und Ressourcen auf Station gelingen kann.

Dabei geht es nicht um Sparzwang oder „noch weniger für noch mehr Arbeit“. Es geht um einen bewussten, klugen Umgang mit Ressourcen, damit Pflege langfristig machbar und nachhaltig organisiert bleibt. Nicht nur für Einrichtungen, sondern auch für uns Pflegende und besonders für die Pflegebedürftigen.

Eine Szene aus meinem Pflegealltag

Frühdienst. Der Flur ist noch ruhig, der erste Kaffee kaum getrunken.
Ich gehe in ein Zimmer, um die morgendliche Pflege zu beginnen. Kurz darauf merke ich: Das benötigte Material liegt nicht vollständig bereit. Also wieder raus, Wagen holen, zurück ins Zimmer. Wenige Minuten später dasselbe Spiel – diesmal fehlt etwas anderes. Als ich später den Müll entsorge, fällt mir auf, wie viele angebrochene Materialien im Abwurf landen. Dinge, die „vorsichtshalber“ geöffnet wurden. Dinge, die vielleicht noch gebraucht worden wären.

In diesem Moment wird mir klar: Ökonomische Nachhaltigkeit im Pflegealltag hat nichts mit Kontrolle oder Sparzwang zu tun, sondern mit Achtsamkeit.

Ökonomisch nachhaltig – was heißt das auf Station?

Im Pflegealltag auf Station geht es ständig um Zeit, Material und Energie. Oft merken wir gar nicht, wie viele kleine Entscheidungen wir dabei jeden Tag treffen. Doch genau hier können wir viel bewirken – oft schon mit kleinen Veränderungen.

Pflegehandlungen bündeln

Wer Pflegehandlungen bewusst plant und bündelt, spart:
• Wege,
• Zeit und
• unnötige Unterbrechungen für Patient:innen.

Ein kurzer Moment der Vorbereitung kann den gesamten Ablauf im Pflegealltag deutlich entspannen.

Material gezielt vorbereiten

Nicht alles muss sofort geöffnet werden. Nachhaltiger ist:
• Materialien gezielt bereitlegen und
• erst öffnen, wenn klar ist, dass sie wirklich gebraucht werden.

So reduzieren wir Verschwendung, ohne die Pflegequalität zu gefährden.

Verschwendung vermeiden

Angebrochene, aber unbenutzte Materialien müssen nicht automatisch entsorgt werden. Wichtig ist:
• korrekte Lagerung,
• Einhaltung der Hygieneregeln und
• bewusste Entscheidungen statt Routine.

Jedes Material, das nicht im Müll landet, ist ein kleiner Schritt in Richtung nachhaltige Pflegepraxis.

Dokumentation sinnvoll nutzen

Dokumentation soll unterstützen, nicht belasten. Ökonomisch nachhaltig dokumentieren heißt:
• Relevantes festhalten,
• Doppelungen vermeiden und
• klare, verständliche Einträge machen.

Weniger Zeit am Bildschirm bedeutet mehr Zeit für Patient:innen und direkte Pflege. Hier erfährst du mehr über den Zusammenhang von Dokumentation und Controlling in der Pflege.

Rückmeldungen geben

Unpraktische Materialien oder ineffiziente Abläufe kosten Zeit und Nerven. Rückmeldungen helfen:
• Prozesse zu verbessern,
• Ressourcen sinnvoll einzusetzen und
• einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Wer kennt die Prozesse besser als wir? Nachhaltige Pflegeprozesse entstehen dort, wo Kommunikation möglich ist.

Warum das nachhaltig ist

Ökonomische Nachhaltigkeit bedeutet:
• Ressourcen schonen,
• Zeit zurückgewinnen und
• Pflege langfristig sichern.

Sie schafft Raum für das, was Pflege eigentlich ausmacht: Beziehung, Zuwendung und Professionalität.

„Pflege mit Zukunft“ beginnt nicht bei großen Strategien, sondern in genau solchen Momenten – mitten im Alltag, wenn wir innehalten und unser Handeln bewusst gestalten.
Genau mit diesen kleinen Entscheidungen beginnt Veränderung.

Doch Nachhaltigkeit in der Pflege hat noch eine weitere wichtige Dimension. Im dritten Teil der Serie geht es um die ökologische Nachhaltigkeit in der Pflege. Denn „Pflege mit Zukunft“ braucht Verantwortung – und das jeden Tag.

Du hast den ersten Teil der Serie „Pflege mit Zukunft“ verpasst? Dann schau gerne hier vorbei: „Nachhaltigkeit in der Pflege: Mehr als nur ein Schlagwort“

Foto: Adobe Stock

Schreibe einen Kommentar

Über Uns

Wir sind Pflege! Denn mit mehr als zwei Millionen Patient:innen sind die Asklepios Kliniken eines der größten Gesundheits-unternehmen in Deutschland. Mehr als 67.000 Mitarbeiter:innen sind rund um die Uhr im Einsatz - ein großer Teil von ihnen als Pflegekräfte.
Auf diesem Blog erzählen einige von ihnen aus ihrem Alltag in einer der bundesweit rund 170 Gesundheitseinrichtungen von Asklepios. Wie sie arbeiten und was sie bewegt, erfährst du hier.

Letzte Beiträge

Zwei Pflegefachkräfte der Asklepios Kliniken arbeiten gemeinsam am Computer und besprechen pflegewissenschaftliche Erkenntnisse. Pflegewissenschaft – Fluch und Segen zugleich

Pflegewissenschaft – ein Begriff, der in der Pflegewelt oft unterschiedliche Reaktionen hervorruft...

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.