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Nachhaltigkeit in der Pflege: Mehr als nur ein Schlagwort

Mitarbeitende bei Asklepios zeigt am Arbeitsplatz im Büro auf Laptop mit Präsentation zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Nachhaltigkeit. Ein Wort, das wir oft hören. Sei es in der Politik, in Unternehmen oder in Leitbildern. Doch was bedeutet Nachhaltigkeit in der Pflege konkret für uns? Und vor allem: Wie fühlt sie sich im oft hektischen Alltag an?

Genau darum geht es in meiner neuen Serie „Pflege mit Zukunft“. Im ersten Teil zeige ich, warum Nachhaltigkeit in der Pflege kein Modewort ist, sondern eine große Verantwortung mit sich bringt.

Im „Gabler Wirtschaftslexikon“ (Online-Ausgabe) wird Nachhaltigkeit so definiert:

„Eine Entwicklung, bei der die heutigen Bedürfnisse befriedigt werden, ohne zukünftigen Generationen die Lebensgrundlage zu entziehen […]“.

Klingt groß. Vielleicht sogar ein bisschen abstrakt. Doch beim genauen Hinschauen merke ich: Nachhaltigkeit beginnt nicht irgendwo „da oben“, sondern mitten in unserem Arbeitsalltag – in der Pflegepraxis und im täglichen Handeln von Pflegekräften.

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Die Bundesregierung definierte bereits 1998 durch die Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“ drei zentrale Säulen der Nachhaltigkeit:

  • Ökonomie – der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und Finanzen
  • Ökologie – der Schutz unserer Umwelt und mehr
  • Soziales – der Mensch im Mittelpunkt: Mitarbeitende, Pflegebedürftige und Angehörige

Gerade in der Pflege sind diese drei Bereiche untrennbar miteinander verbunden. Denn was nützt ein wirtschaftlich stabiles System, wenn Mitarbeitende ausbrennen? Was bringt Umweltbewusstsein, wenn Zeitdruck menschenwürdige Pflege verhindert? Und wie sozial ist ein System, das langfristig weder für Mitarbeitende noch für Pflegebedürftige tragfähig ist?

Die Haltung ist im Pflegealltag entscheidend

Für mich ist das Wichtigste beim Thema Nachhaltigkeit nicht das Konzept, sondern die Haltung dahinter.

Ja, Unternehmen tragen Verantwortung. Sie verankern Nachhaltigkeit in Leitbildern, Strategien und Prozessen. Doch am Ende entscheidet sich Nachhaltigkeit nicht auf dem Papier, sondern im täglichen Tun der Mitarbeitenden in der Pflege.

In der Art,

  • wie wir miteinander sprechen.
  • wie wir mit Materialien umgehen – Stichwort Ressourcenschonung in der Pflege.
  • wie wir neue Kolleg:innen einarbeiten – für langfristige Mitarbeiterbindung im Krankenhaus.
  • wie wir Wertschätzung zeigen oder eben nicht.

Und genau hier kommt jede und jeder Einzelne von uns ins Spiel.

Warum jeder Beitrag zu nachhaltiger Pflege zählt

Nachhaltige Pflege entsteht nicht allein durch perfekte Systeme, sondern durch bewusste Entscheidungen im Alltag. Durch kleine Schritte. Durch Mitdenken. Durch den Mut, Dinge zu hinterfragen – gerade im Kontext von Qualität in der Patientenversorgung.

Wir alle sind Teil einer nachhaltigen Pflege und sollten es auch sein. Warum? Wer von uns wird niemals selbst Pflege brauchen? Können wir das heute wirklich vorhersagen? Und wer kümmert sich um uns, wenn wir Pflege nicht nachhaltig denken?

In den nächsten drei Artikeln dieser Serie widme ich mich jeweils einer der drei Säulen der Nachhaltigkeit und schaue ganz konkret darauf, was sie für die Pflegepraxis bedeuten können. Bleib dran, wenn du dich für nachhaltige Pflege interessierst. Vor allem, wenn dich die Zukunft von Pflegeberufen bewegt.

Denn Nachhaltigkeit in der Pflege ist kein „Nice-to-have“. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass Pflege im Krankenhaus auch morgen noch menschlich, würdevoll und machbar bleibt – für Patient:innen und für uns als Pflegefachkräfte.

Foto: Asklepios

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Auf diesem Blog erzählen einige von ihnen aus ihrem Alltag in einer der bundesweit rund 170 Gesundheitseinrichtungen von Asklepios. Wie sie arbeiten und was sie bewegt, erfährst du hier.

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